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| Aurikeln –
Wie wollen sie wachsen? |
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Zunächst die Gartenaurikeln – von früher her auch Lütticher und
Alpinprimeln genannt: sie wachsen in jedem guten Gartenboden der nicht zu
trocken sein sollte. Als Wegeinfassung waren sie hinter einer
Buchsbaumkante in den 20er bis 50er Jahren in jedem Bauerngarten zu
finden. Schön wäre es, wenn sie alle 2 bis 3 Jahre aufgenommen und wieder
tiefer gepflanzt würden, da sie mit der Zeit hoch aus dem Boden heraus
wachsen. Man kann sie natürlich auch mit sehr nährstoffhaltiger Erde
anhäufeln. Die Pflanzen können dadurch neue Wurzeln bilden und danken es
Ihnen mit reicher Blütenfülle. |
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Nun zu
den empfindlicheren und selteneren Schauaurikeln. Es wäre zu schade, sie
einfach in den Garten zu pflanzen. Zumindest sollte man sie in Töpfe
pflanzen, sie im Garten mit dem Topf einsenken und zur Blütezeit im
Frühjahr (von zirka Mitte März bis Ende April/Mitte Mai) zum Schutz der
Blüten in ein Kaltgewächshaus, Fenstersims, Dachüberstand oder offene
Veranda stellen. Im Herbst und Winter sollten die Töpfe trockener gehalten
werden. Grundsätzlich sind alle Aurikeln winterhart. |
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Zur
Vermehrung der Aurikeln wäre zu sagen, dass es sortenechte Pflanzen nur
über die Ableger-Vermehrung gibt. Am besten nach der Blüte beim Umpflanzen
der alten Primelpflanzen kleine bewurzelte Ableger abbrechen und diese in
nicht zu großen Töpfen einpflanzen. Am besten an einem halbschattigen
kühlen Platz einwachsen lassen. Alle Aurikeln wollen möglichst einen der
Sonne abgewandten Standort haben. Wenn Samenstände von den Aurikeln
abgenommen werden sollten diese sofort, oder den Samen im Gemüsefach
aufbewahrt, im Februar ausgesät werden. Beachten Sie bitte das Aurikeln
Lichtkeimer sind. |
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Zum
Umpflanzen der Aurikeln können Sie sehr gut fertige Erde aus dem grünen
Markt kaufen, zum Beispiel TKS 2, eine Torfkulturerde mit Lehmanteil, die
aber noch mit 1/5 Teil scharfem Sand oder Bimskies vermischt werden
sollte. Wer seine Erde selber mischen will, sollte Kompost,
Buchenlauberde, Lehm, scharfen Sand und wenn erhältlich Misterde nehmen. |
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Wer
nun Neugierig auf Aurikeln geworden ist, sollte sich das Buch "Die
Aurikel" von Brigitte Wachsmuth / Marion Nickig, erschienen im Eller &
Richter Verlag kaufen. |
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| Die
Geschichte der Gartenaurikel |
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Auf der Suche nach seltenen
Alpenpflanzen fand der Wiener Professor C. V. Aichholz im Jahre 1583 in
der Nähe von Innsbruck die ersten Aurikeln. Darunter befand sich auch die
Naturhybride von Primula aurikula und der meist hellrosa blühende Primula
hirsuta. Während die aus Samen gezogenen Nachkommen der Alpenaurikeln alle
wieder gelb aussehen, sind die von der Naturhybride Primula pubescens bunt
gemischt. Die Zartheit der Töne, die Samtartigkeit im Aussehen und das
unvergessliche Parfüm weckten das Interesse der Züchter in ganz Europa.
Die in Wuchs und Farbe schönsten Sämlinge der Hybriden wurden ausgelesen
und durch Ableger vermehrt. Es begann eine über viele Jahre anhaltende
hingebungsvolle Züchtung in Holland, Österreich, England, Frankreich und
in Deutschland. Während es um 1596 nur Aurikeln mit kleinen Blütenköpfen
und höchstens vier Blüten gab, beschrieb der Engländer John Parkinson 30
Jahre später Exemplare, die 30 Blüten am Stiel hatten. Um 1640 gab es
schon gestreifte Aurikeln von weißlich blauer Farbe. 1665 gelang die
Züchtung doppelter, das heißt gefüllter Aurikeln. Um 1750 begeisterte eine
weitere Mutation die englischen Züchter: Die Vergrünung der Blütenblätter. |
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Auch in Deutschland
entstanden aus der Fülle der Sämlinge bald umfangreiche Sammlungen.
Berühmt geworden ist die des Nürnbergers Volkamer 1708. |
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In Weimar bot der
herzogliche Hofgärtner Johann Friedrich Reichert 1807 in seinem Hortus
Reichertianus neben einigen wenigen Alpenaurikeln 386 ausgewählte schöne
Züchtungen der Engländer (englische oder gepuderte) und der Holländer (Luiker)
oder samtartige zum Kauf an. |
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In Deutschlands Gärten
finden wir heute neben gemischtfarbigen Sämlingen noch alte lebenskräftige
Gartensorten, die von Generation zu Generation weiter gegeben worden sind.
Da die Aurikeln in jedem guten, nicht zu trockenen, Gartenboden im
Schatten problemlos gedeihen, sollte man sich an dieser vergessenen
Schönheit wieder erinnern. |
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Friedrich Moye
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